Lassak. Ein Stoff, der knapp werden kann!

Lassak ist der Stoff, über den man eigentlich ungern redet – weil die Flaschen ohnehin viel zu schnell weg sind. Die Erträge sind klein, der Anspruch groß.

Stefanie und Fabian Lassak bearbeiten gerade einmal wenige Hektar in den terrassierten Steillagen über dem Neckar – auf Muschelkalk, der in ihren Weinen nicht als Schlagwort auftaucht, sondern als Geschmack.  Alte Reben, spontane Vergärung, lange Hefelager und ein bemerkenswert unaufgeregter Umgang mit Holz sorgen für Weine, die eher an Chablis oder Blaufränkisch von Weltklasseformat erinnern als an das Klischee von Württemberg. Das Ergebnis: Rieslinge mit kalkiger Spannung und Lemberger voller Finesse, die mehr flüstern als brüllen – und genau deshalb hängen so viele an ihren Lippen.

Zum Release des Jahrgangs 2024
Der Jahrgang hatte es in sich – und sorgte schon früh für Bewegung im Weinberg. Ein ungewöhnlich milder Februar ließ die Reben rund zehn Tage früher als üblich austreiben. Was zunächst nach einem Traumstart aussah, wurde Ende April jäh ausgebremst: Die Frostnächte vom 22. und 23. April erwischten viele Anlagen eiskalt.

Besonders hart traf es Spätburgunder und Lemberger in den Lagen HÖRNLE, STEIGE und WURMBERG. Mancherorts blieben weniger als 10 Hektoliter pro Hektar übrig – Mengen, bei denen andere Kulturen nicht einmal den Traktor anwerfen würden. Die Folge: Auf einen HÖRNLE-Spätburgunder aus dem Jahrgang 2024 müssen Weinfreunde leider verzichten. Dafür gibt es vom „normalen“ Spätburgunder erfreulicherweise wieder mehr Flaschen als im Vorjahr.

Die Lemberger zeigten sich dagegen kämpferisch. STEIGE und WURMBERG konnten trotz der Widrigkeiten abgefüllt werden. Beim WURMBERG heißt es allerdings schnell sein: Mit gerade einmal 360 Flaschen bewegt sich die verfügbare Menge irgendwo zwischen Kleinserie und Naturphänomen.

Die Rieslinge hingegen ließen sich vom Frost kaum beeindrucken. Während andere Rebsorten zittern mussten, zogen sie ihr Programm souverän durch. Bis Mitte Oktober konnten hervorragend gereifte Trauben gelesen werden. Besonders die alten Reben auf den Muschelkalkböden im Hambach lieferten eindrucksvoll ab und profitierten von einer überraschend guten Wasserversorgung.

Und dann gibt es noch den Neuzugang im Sortiment: einen Trollinger von bis zu 70 Jahre alten Reben aus einer terrassierten Steillage im Besigheimer WURMBERG. Die Reben stammen aus einer Parzelle, die 2024 vor der Rodung gerettet wurde. Dank ihrer Südost-Ausrichtung bleibt sie von der gnadenlosen Abendhitze verschont. Ein Teil der alten Stöcke wurde inzwischen mit Lemberger veredelt, ein kleiner Teil des historischen Trollinger-Bestands darf jedoch bleiben – schließlich haben Charakterköpfe auch im Weinberg ihren festen Platz. 

Der Jahrgang 2024 ist endlich für euch gedroppt, das war die gute Nachricht. Die schlechte: Einige Weine gibt es nur in Mengen, die eher an eine Familienfeier als an einen offiziellen Release erinnern. Wer zu lange wartet, trinkt die Story wahrscheinlich nur noch auf Instagram.