DAVID-BONNET. From the bottle of the heart

Mit seinem ersten Jahrgang 2024 haut David Bonnet 2 Rieslinge raus, die zeigen, wo der Riesling hängt.  Auch wenn der Brudi auf den ersten Blick eher nach MPU als nach Winzer aussieht, hat er sich uralten Rieslingreben im wunderschönen Hambacher Schlossberg angenommen. In seiner Heimat Neustadt-Hambach baut er sie mit viel Herzblut und kompromissloser Low Intervention aus. Selbstsicher und unique zeigen sich die beiden Weine. Miniproduktion. Zusammen gerade mal 700 Flaschen. Mehr underground wird’s kaum.

Hambacher Riesling 2024
Davids Debütjahrgang — und direkt kein Bock auf halbe Sachen. 100 % aus dem Hambacher Schlossberg, Gewann Hinterberg. Jahrzehntealte Reben auf Buntsandstein. Ausbau halb Stahl, halb Holz. Gerade mal etwa 460 Flaschen — also eher Stoff für Eingeweihte.

Als ganze Trauben gepresst, spontan vergoren und rund 14 Monate auf der Vollhefe geparkt, dazu erst spät ein Hauch Schwefel. In der Nase hell, weißer Pfirsich, Blüten — aber dann direkt Stein, Grip und eine schöne Minireduktion, die nicht nervt, sondern Bock macht. Etwas schlanker als der große Bruder aus dem Erb, aber kein bisschen harmlos. Schmelz, feine Phenolik, reife seidige Säure. Das Finish glattgezogen wie frisch rasiert. Da sitzt alles!

 

RIESLING HAMBACH IM ERB 2024
Auch hier: Debütjahrgang, aber null Anfängerprogramm. 90-jährige Reben hängen in den steilen Terrassen des Hambacher Schlossberg. Erb ist eine alte Gewannenbezeichnung — klingt unscheinbar, liefert aber richtig guten Stoff. Karger Buntsandstein, knapp 260 Meter hoch, direkt unterm Pfälzerwald. Da wächst nichts auf bequem.

Handlese, Ganztraubenpressung, spontane Gärung — und zwar in genau einem kleinen Holzfass. Mehr gibt’s nicht. Gerade mal gut 250 Flaschen von dem Zeug. 14 Monate auf der Vollhefe, erste Mini-Schwefelgabe erst nach 10 Monaten. Von Hand unfiltriert abgefüllt. Klingt nach Naturwein-Klischee, ist aber keine trübe Hipsterplörre, sondern im besten Sinne old-school mit Stil.

2024 war kühl und selbst für Riesling kein Selbstläufer. Umso krasser, was hier im Glas steht: glasklare Nase, würzig, subtil gelbfruchtig, bisschen Curry, bisschen Hefe. Das Holz hält sich angenehm im Hintergrund, gibt aber genau die Portion Weichheit und Tiefe, die’s braucht. Cremig, trotzdem Grip ohne Ende. Salziges Finish, präsente Phenolik. Große Klasse — eigenständig, ohne irgendeinen gewollten Naturwein-Zirkus. Overnice! Wer’s nicht probiert, hat’s verpennt. Ein Must-try!